Verjähren Forderungen?

Im Bürgerlichen Gesetzbuch sind durch das neue Schuldrecht zahlreiche Verjährungsfristen geändert worden. Doch was heißt Verjährung und gilt diese für jeden Schuldner? Der Begriff Verjährung bezeichnet das Recht des Schuldners, nach Ablauf einer gesetzlich festgelegten Frist eine Leistung an den Gläubiger zu verweigern. Der Gläubiger kann diesen nicht mehr bei Gericht einklagen. Und das obwohl der Anspruch rechtlich gesehen noch weiter besteht. Da es sich bei der Verjährung jedoch um eine sogenannte „Einrede“ handelt, muss der Schuldner diese gegenüber dem Gläubiger ausdrücklich geltend machen.

Die regelmäßige Verjährungsfrist

Seit dem 01.01.2002 beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist gemäß Paragraf 195 Bürgerliches Gesetzbuch drei Jahre. Sofern keine besonderen Verjährungsfristen gelten, verjähren sämtliche Ansprüche nach dieser Frist. Mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, beginnt die regelmäßige Verjährungsfrist. Jedoch muss der Gläubiger Kenntnis von den anspruchsbegründenden Umständen wie auch der Person des Schuldners haben. Die Ansprüche verjähren nach 10 Jahren auch wenn der Gläubiger nicht von seinem Anspruch gewusst hat.

30-jährige Verjährungsfrist

Durch einen Vertrag kann die Verjährung bis auf dreißig Jahre ab den gesetzlichen Verjährungsbeginn verlängert werden. Zudem sind titulierte Ansprüche von der regelmäßigen Verjährungsfrist ausgenommen. Schadenersatzansprüche, die auf einer Verletzung von Leben, Körper, Freiheit und Gesundheit beruhen, verjähren erst nach dreißig Jahren. Das gilt außerdem für Ansprüche, die in einem Insolvenzverfahren festgestellt und dadurch vollstreckbar geworden sind. In § 197 Bürgerliches Gesetzbuch – Dreißigjährige Verjährungsfrist können Sie die Einzelheiten dazu nachlesen.

Hemmung der Verjährung

Es gibt einige Ereignisse, wodurch die Verjährungsfrist unterbrochen wird. Geschieht eines dieser Ereignisse, beginnt die Verjährungsfrist komplett von vorne. Zu den Ereignissen die eine Verjährung unterbrechen gehört unter anderem die Anerkennung der Ansprüche durch Teilzahlungen sowie die Beantragung der Vollstreckungshandlung durch den Gläubiger. § 212 BGB: „Der erneute Beginn der Verjährung durch den Antrag auf Vornahme einer Vollstreckungshandlung gilt als nicht eingetreten, wenn dem Antrag nicht stattgegeben oder der Antrag vor der Vollstreckungshandlung zurückgenommen oder die erwirkte Vollstreckungshandlung nach Absatz 2 aufgehoben wird.“

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