Wann verjähren meine Forderungen?

Verjähren Forderungen?

Mit dem neuen Schuldrecht, welches seit dem 01. Januar 2002 in Kraft ist, sind viele Verjährungsfristen im Bürgerlichen Gesetzbuch geändert worden. Doch was ist eigentlich Verjährung? Unter Verjährung wird das Recht des Schuldners verstanden, nach Ablauf einer gesetzlich festgelegten Frist eine Leistung an den Gläubiger zu verweigern. Der Gläubiger kann den Anspruch dann nicht mehr bei Gericht einklagen, obwohl dieser rechtlich gesehen weiterhin besteht. Da es sich bei der Verjährung um eine sogenannte „Einrede“ handelt, muss der Schuldner diese ausdrücklich gegenüber dem Gläubiger geltend machen.

30-jährige Verjährungsfrist

Durch einen Vertrag kann die Verjährung bis auf dreißig Jahre ab den gesetzlichen Verjährungsbeginn verlängert werden. Zusätzlich sind titulierte Ansprüche von der regelmäßigen Verjährungsfrist ausgenommen. Auch Schadenersatzansprüche, die auf einer Verletzung von Körper, Leben, Gesundheit und Freiheit beruhen, verjähren erst nach dreißig Jahren. Das ist auch der Fall bei Ansprüchen, die in einem Insolvenzverfahren festgestellt und dadurch vollstreckbar geworden sind. Die Einzelheiten dazu können Sie in Paragraf 197 BGB – Dreißigjährige Verjährungsfrist nachlesen.

Regelmäßige Verjährungsfrist

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt seit dem 01.01.2002 3 Jahre (Paragraf 195 BGB). Für den Fall, dass keine besonderen Verjährungsfristen gelten, verjähren sämtliche Ansprüche nach dieser Frist. Mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, beginnt die regelmäßige Verjährungsfrist. Der Gläubiger muss allerdings Kenntnis von den anspruchsbegründenden Umständen sowie der Person des Schuldners haben. Nach 10 Jahren verjähren die Ansprüche, egal ob der Gläubiger von seinem Anspruch gewusst hat oder nicht.

Der Neubeginn der Verjährung

Durch bestimmte Ereignisse kann die Verjährungsfrist unterbrochen werden. Falls dies der Fall ist, beginnt die Verjährungsfrist komplett von vorne. Zu den Ereignissen die eine Verjährung unterbrechen gehört bspw. die Beantragung der Vollstreckungshandlung durch den Gläubiger sowie die Anerkennung der Ansprüche durch Teilzahlungen. § 212 Bürgerliches Gesetzbuch: „Der erneute Beginn der Verjährung durch den Antrag auf Vornahme einer Vollstreckungshandlung gilt als nicht eingetreten, wenn dem Antrag nicht stattgegeben oder der Antrag vor der Vollstreckungshandlung zurückgenommen oder die erwirkte Vollstreckungshandlung nach Absatz 2 aufgehoben wird.“

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