Neue Regeln für deutsche Kreditnehmer

Ein neues Gesetz soll viele neue Änderungen für private Schuldner bringen. Doch diese Änderungen werden von den Verbraucherschützern noch kritisch gesehen. Deshalb fordern sie Nachbesserungen. Auswirkungen hat das neue Gesetz auf Dispo, Ratenkredit und Baugeld.

Wen betrifft das neue Gesetz?

Käufer die Ratenkredite nutzen, Kunden die ihr Konto überziehen aber auch Immobilienbesitzer, die ihr Haus finanzieren – von dem neuen Gesetzesentwurf, der am 25.9.2015 in den Bundestag geht, sind in Deutschland alle Schuldner betroffen. Hierfür ist die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie in deutsches Recht die Grundlage.

Dispozinsen

Zukünftig sollen Banken durch das neue Gesetz dazu verpflichtet werden, ihre Dispozinsen im Internet zu veröffentlichen. Es ist allerdings fraglich, ob diese Transparenz ausreichend sein wird um unter den Banken einen größeren Wettbewerb zu entfachen.

Immobilienfinanzierung

Bei den Zinsen für Baufinanzierungen können angesichts der langen Zinsbindung und der meist sehr hohen Kreditsummen schon sehr geringe Abweichungen zu Kostenunterschieden von mehreren Tausend Euro führen. Für diesen Bereich schreibt der neue Gesetzesentwurf vor, dass Beratungsgespräche zukünftig in einem Protokoll zusammengefasst werden. In diesem muss die Empfehlung des Bankers dokumentiert werden. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist das jedoch nicht ausreichend.

Widerrufsrecht des Kunden wird eingeschränkt

Auch das Widerrufsrecht der Kunden wird durch das neue Gesetz eingeschränkt werden. Derzeitig können Kreditnehmer in Deutschland noch Verträge mit fehlerhaften Klauseln rückabwickeln, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Doch der neue Gesetzesentwurf schränkt das Widerrufsrecht des Kunden ein. Demnach soll ein Widerruf nach einem Jahr und 14 Tagen nicht mehr möglich sein. Selbst dann nicht, wenn der Darlehensgeber seinen Informationspflichten nicht nachgekommen ist.

Prüfung der Kreditwürdigkeit

Die Banken sind nach der Vorgabe der EU zukünftig dazu verpflichtet, die Kreditwürdigkeit der Kunden zu überprüfen. Wenn beim Abschluss erhebliche Zweifel daran bestehen, dass der Kreditnehmer seine Raten bezahlen kann, drohen der Bank Sanktionen. Die Bank kann bei einem Zahlungsausfall keine Verzugszinsen geltend machen, falls die Bank die Bonität vor dem Vertragsabschluss nur unzureichend geprüft hat.

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