Inwiefern ist meine Abfindung pfändbar?

Häufig bedeutet eine Abfindung den Verlust des Arbeitsplatzes und muss vom Arbeitnehmer hart erkämpft werden. Um so ärgerlicher ist es, wenn diese dann auch noch gepfändet wird.

Pfändungsgrenzen bei einer Abfindung

Bei der Pfändung einer Abfindung sind die Pfändungsgrenzen für Lohn und Gehalt nicht anwendbar. Denn gemäß den Paragrafen 9, 10 Kündigungsschutzgesetz sind Abfindungen pfändbares Arbeitseinkommen i. S. d. Paragrafen 850 Absatz 1 ZPO. Der Arbeitgeber darf dem Arbeitnehmer deshalb die Abfindung nicht ohne Weiteres auszahlen.

Wie kann ich trotzdem Pfädungsschutz erreichen?

Einen Pfändungsschutz für die Abfindung kann der Arbeitnehmer nur erreichen, für den Fall, dass er diesen beim Vollstreckungsgericht beantragt. Nach § 850i Zivilprozessordnung muss das Gericht dem Arbeitnehmer von der Abfindung so viel belassen, wie er während eines angemessenen Zeitraums für seinen notwendigen Unterhalt und den seines Ehegatten, seiner unterhaltsberechtigten Verwandten oder eines Elternteiles benötigt. Diesen Schutz bekommt der Arbeitnehmer jedoch nur dann, wenn er aktiv den entsprechenden Antrag stellt. Tut er dies nicht, kann die Abfindung voll gepfändet werden. Stellt er einen Antrag und folgt das Gericht diesem, kann der Schuldner den vom Gericht festgesetzten Teil der Abfindung vom Treuhänder verlangen.

Paragraf 850i Zivilprozessordnung – Pfändungsschutz für sonstige Einkünfte

Abs. 1 des Paragrafen 850i Zivilprozessordnung besagt folgendes:
(1) Werden nicht wiederkehrend zahlbare Vergütungen für persönlich geleistete Arbeiten oder Dienste oder sonstige Einkünfte, die kein Arbeitseinkommen sind, gepfändet, so hat das Gericht dem Schuldner auf Antrag während eines angemessenen Zeitraums so viel zu belassen, als ihm nach freier Schätzung des Gerichts verbleiben würde, wenn sein Einkommen aus laufendem Arbeits- oder Dienstlohn bestünde. Bei der Entscheidung sind die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners, insbesondere seine sonstigen Verdienstmöglichkeiten, frei zu würdigen. Der Antrag des Schuldners ist insoweit abzulehnen, als überwiegende Belange des Gläubigers entgegenstehen.

Lassen Sie sich beraten

Sowie Sie von einer möglichen Abfindung erfahren haben, sollten Sie sich umgehend an eine Schuldnerberatung wenden. Diese kann Ihnen nicht nur bei dem genannten Antrag helfen, sondern Sie zudem zu diesem Thema beraten.


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