Privatinsolvenz und Eigenheim

Einen speziellen Vermögenswert nicht nur für Schuldner stellen Immobilien dar. Doch was geschieht mit der Immobilie bei einer Insolvenz? Die Immobilie genießt im Regelfall bei einer Verbraucherinsolvenz keinen besonderen Schutz (Vollstreckungsschutz). Vielmehr wird diese genauso behandelt, wie z. B. ein Sparbuch oder eine Lebensversicherung. Somit wird die Immobilie verwertet und zur Befriedigung der Gläubiger eingesetzt.

Die Bank erfährt von Ihrer Insolvenz

Sofern Sie Ihre Immobilie über ein Darlehen finanzieren, wird die Bank i. d. R. Ihr Darlehn fristlos kündigen, wenn sie von Ihrer Zahlungsunfähigkeit erfährt. Innerhalb von zwei Wochen muss der Schuldner dann die noch ausstehende Summe zurückzahlen. Selbstverständlich ist dies üblicherweise nicht schaffbar.

Immobilie gehört beiden Ehegatten

Zumeist gehört das Eigenheim bei verheirateten Paaren beiden Teilen gleichermaßen. Zumeist wird dann auch der Kredit von beiden Parteien bezahlt. Bei einer Privatinsolvenz spricht die Bank die Kündigung dennoch gegenüber beiden Ehegatten aus. Auch der „gesunde“ Ehegatte wird so mit in die Insolvenz gerissen.

Kann ich die Immobilie retten

Um die Immobilie zu behalten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der „gesunde“ Ehegatte kann beispielsweise eine komplett neue Finanzierung abschließen und dem Insolvenzverwalter den Miteigentumsanteil bzw. das Volleigentum abkaufen. Hierfür geht er am besten zu einer anderen Bank. Der insolvente Ehepartner ist als Folge aus dem Darlehnsvertrag raus und haftet nicht mehr. Dabei sollten Sie sich unbedingt von einer Schuldnerberatung beraten lassen. Denn das Herauslösen des Eigenheims aus der Insolvenzmasse stellt eine juristische Gradwanderung dar, die sehr verzwickt ist. Im besten Fall können Sie so die Immobilie retten und weiterhin dort wohnen.

Die Verwertung der Immobilie

Bei einer sogenannten Verwertung wird die Immobilie zwangsversteigert oder über einen freihändigen Verkauf veräußert. In der Regel handelt es sich bei der Zwangsversteigerung um ein sehr langwieriges und bürokratisches Verfahren. Zudem wird dabei häufig ein geringer Kaufpreis erzielt als es im freihändigen Verkauf der Fall wäre. Zusätzlich wird das Insolvenzverfahren durch eine Versteigerung verzögert. Der Insolvenzverwalter und die finanzierende Bank einigen sich daher häufig auf einen freihändigen Verkauf. Doch egal welcher Weg gewählt wird, sobald die Immobilie versteigert oder verkauft wurde muss der Schuldner aus dieser ausziehen.

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