Wer darf eine Schuldnerberatung anbieten?

Als Schuldnerberatung wird die Hilfe für Menschen mit Schulden verstanden. Oberste Priorität hat dabei die Absicherung der elementaren Bedürfnisse (z. B. Wohnraum, Strom, Lebensmittel). Der Begriff Schuldnerberatung ist allerdings in Deutschland nicht rechtlich geschützt. Zudem gibt es bislang keine Mindestqualifikation oder geregelte Ausbildung für Schuldnerberater. Deshalb darf theoretischer jeder eine solche Beratung anbieten.
Selbst die staatliche Anerkennung ist kein Qualitätsmerkmal. Die staatliche Anerkennung besagt nur, dass die Person zur Ausstellung einer Bescheinigung über die Erfolglosigkeit des vorgeschriebenen außergerichtlichen Einigungsversuches im Rahmen eines Verbraucherinsolvenzverfahrens berechtigt ist. Selbst die dafür erforderlichen Kriterien sind in der Bundesrepublik Deutschland nicht einheitlich geregelt. Sie variieren von Bundesland zu Bundesland.
Bei einer staatlich anerkannten Schuldnerberatung ist die Hilfe gebührenfrei. Die staatlich anerkannte Schuldnerberatung erarbeitet Lösungen, führt Gespräche mit den Gläubigern und vermittelt zwischen Schuldner und Gläubiger. Einen großen Nachteil für Schuldner stellen hier die zumeist sehr langen Wartezeiten dar.
Eine weitere Option für Schuldner ist sicherlich die anwaltliche Schuldnerberatung. Der Schuldner kann sich dort sicher sein, dass das notwendige Fachwissen vorhanden ist und die Beratung in seinem Sinne erfolgt. Darüber hinaus müssen bei der anwaltlichen Schuldnerberatung keine kostenpflichtigen Zwischenberater eingeschaltet werden. Die Beratung kann außerdem meist zeitnah erfolgen.
Schuldner sollten immer genau prüfen, ob die Schuldnerberatung einen seriösen Eindruck macht. So wird eine seriöse Schuldnerberatung zum Beispiel keine Briefkastenwerbung verschicken. Zumeist wird stattdessen telefonisch ein zeitnaher Beratungstermin ausgemacht.

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