Kann ich auch Bußgelder erben?

Nicht nur Geld kann vererbt werden, sondern auch eventuelle Schulden. Dafür ist man dann auch haftbar. Für den Fall, dass bekannt ist, dass lediglich Schulden geerbt werden, kann das Erbe ausgeschlagen werden. Wenn das Erbe ausgeschlagen werden soll, müssen jedoch bestimmte Fristen eingehalten werden. Innerhalb von sechs Wochen nach Bekanntgabe der Erbberechtigung muss beim Amtsgericht oder bei einem Notar bekannt geben werden, dass man das Erbe ausschlägt.

Für den Fall, dass der Erblasser keine Schulden hinterlässt, wird im Regelfall auch das Erbe angetreten. Jedoch müssen Rechnungen und Verbindlichkeiten, die Sie in den Papieren des Erblassers finden, bezahlt werden.

Bei Bußgeldern und Geldstrafen sieht es anders aus

Hierbei handelt es sich um eine sogenannte höchstpersönliche Schuld des Verstorbenen. Geldstrafen für Straftaten und Bußgelder richten sich direkt an den Betroffenen und sollen auf diesen einwirken. Der Erbe kann nichts dafür, das der Verstorbene Straftaten begangen hat oder beispielsweise zu schnell gefahren ist.

Geldbußen dürfen gemäß Paragraf 101 des Ordnungswidrigkeitengesetzes nicht im Nachlass vollstreckt werden. Die amtlich finanziellen Forderungen verfallen nach Strafprozessordnung (§ 459c Abs. 3). Denn diese Strafen sind als erzieherische Maßnahme an den Verstorbenen verhängt worden. Somit kann der Erbe dafür nicht haftbar gemacht werden. Das war allerdings nicht immer der Fall. Bis vor wenigen Jahren konnten auch beim Erben die Strafzahlungen eingetrieben werden, sofern der entsprechende Strafbefehl noch zu Lebzeiten des Erblassers rechtskräftig geworden ist.


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