Armutsbericht 2015 für Deutschland

Im internationalen Vergleich zählt die Bundesrepublik zu den reichen Ländern. Doch fast jeder Sechste ist von Armut bedroht – das sind mehr als zwölf Millionen Leute. Außergewöhnlich hoch ist das Armutsrisiko für Arbeitslose, Frauen und Alleinerziehende.

Die zerklüftete Republik

Der Titel der Studie „Die zerklüftete Republik“ verdeutlicht bereits einen Trend, der in dem Armutsbericht für 2015 deutlich erkennbar wird. So sind das Ruhrgebiet, Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wie schon in den vergangenen Jahren von einem enormen Anstieg in Armut lebender Menschen betroffen. Außerdem wird der Abstand zwischen armen und reichen Regionen im gesamten Bundesgebiet immer größer. Die wohlhabendsten Regionen lagen im Jahr 2006 nur 17,8 Prozentpunkte von den ärmsten entfernt, im Jahr 2013 sind es bereits 24,8 Prozentpunkte. Nur Sachsen-Anhalt und Brandenburg konnten positive Ergebnisse verzeichnen, während in Sachsen der Stand gleich blieb. In den anderen Bundesländern ist die Armutsquote angestiegen.

Armutsquote erreicht neuen Höhepunkte

Die Ursachen für ein Abrutschen in die Armut sind vielfältig. Überdurchschnittlich bedroht von Armut sind Arbeitslose, Alleinerziehende (43 %), Ausländer (32 %) und Geringqualifizierte (39,3 Prozent). In 2013 hat die Armutsquote in der Bundesrepublik Deutschland mit 15,5 Prozent einen historischen Höhepunkt erreicht.


Immer mehr arme Rentner in Deutschland

Bei der Gruppe der Rentner lag die Armutsquote 2013 mit 15,2 Prozent nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Alles in allem muss für diese Personengruppe seit dem Jahr 2006 ein Anstieg von 48 Prozent verbucht werden.

Frauen gefährdeter als Männer

Wie schon in den vergangenen Jahren zeigt auch die aktuelle Studie, dass Frauen in Deutschland ein höheres Armutsgefährdungsrisiko aufweisen als Männer. Das Alter scheint dabei keine Rolle zu spielen. Die Quote der armutsgefährdeten Frauen unter 18 Jahren lag mit 15,4 Prozent zwar unter dem Bundesdurchschnitt, war aber trotzdem höher als die der gleichaltrigen Männer (14,2 %). Bei der Altersgruppe 18-64 lagen die Quoten für 2013 bei den Männern bei 16,0 % und bei den Frauen bei 17,7 Prozent.


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